Geräuschdosen

 
Die Geräuschdosen sind Teil des Montessori-Sinnesmaterials zur Schulung der Wahrnehmung und gehören damit zum Montessori-Lernmaterial, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der außergewöhnlichen, innovativen Pädagogin Maria Montessori entwickelt wurde.
Maria Montessori hat durch ihre neuen Einsichten und Entwicklungen die pädagogische Arbeit weltweit maßgeblich beeinflusst – und neben in den von ihr gegründeten Montessori-Einrichtungen wird mit ihrem Material heute in fast allen pädagogischen Einrichtungen in irgendeiner Weise gearbeitet.
 
Die Geräuschdosen sind daher heute auch noch so aktuell wie zu ihrer Entstehungszeit – das Material und die Verarbeitung ist natürlich inzwischen in der Herstellung zeitgemäß, sodass sich vielleicht noch besser damit arbeiten lässt als früher.
 
Montessori-Geräuschdosen sind ein pädagogisch also auch materiell hochwertiges Material, mit dem sich spielerisch und mit Freude lernen lässt. Eine Besonderheit ist auch, dass das Material schon sehr früh einsetzbar ist: die Geräuschdosen sind für Kinder ab 3 Jahren geeignet.
 
So sehen Geräuschdosen aus:
 
Die Montessori-Geräuschdosen sind komplett aus Holz gefertigt und haben eine zylindrische Form.
Zum Material gehören zwei Holzkästen, die zur Unterscheidung einen roten bzw. einen blauen Deckel haben.
Dementsprechend enthält der rote Kästen sechs Dosen mit roten Deckel und der blaue Kasten sechs Dosen mit blauem Deckel.
 

Wie wird mit den Geräuschdosen gearbeitet?

 
Die Geräuschdosen sind paarweise mit verschiedenen Materialien befüllt.
Die Geräuschdosen lassen sich selbst auch neu befüllen, die Deckel sitzen allerdings so fest auf den Dosen, dass diese nicht leicht aufgehen.
Je eine rote und eine blaue Dose sind also mit dem gleichen Material befüllt.
Dabei sind die Materialien so ausgewählt, dass beim Schütteln der Dosen deutlich unterscheidbare Geräusche entstehen – so hört sich beispielsweise beim Schütteln Sand völlig anders an, als Reis oder kleine Steinchen.
Da die Dosen geschlossen sind sehen die Kinder auch nicht, was sich darin befindet, visuelle Kontrolle ist also nicht möglich.
Bei der Arbeit mit den Geräuschdosen werden die Dosen auf einem Tisch gemischt . Durch Schütteln und „Lauschen“ werden dann Paare ermittelt und jeweils eine rote und eine blaue Dose sollen einander paarweise zugeordnet werden.
Am der Unterseite der Dosen befinden sich zur Überprüfung farbige Punkte in Übereinstimmung zu den Geräuschpaaren.
Das Kind kann sich also so selbst durch die Punkte kontrollieren. Eine andere Möglichkeit der Kontrolle wäre besteht durch nochmaliges Schütteln oder durch Unterstützung eines Erwachsenen.
 
Zu Beginn kann mit weniger Dosen gearbeitet werden, zum Beispiel drei Dosen und zur Steigerung können immer mehr Dosen hinzu genommen werden.
 
Außer der Bildung von Paaren gibt es noch weitere Variationen, mit den Geräuschdosen zu arbeiten:
 
 

Was genau können Kinder mit den Geräuschdosen lernen?

 
Wie schon erwähnt, sind die Geräuschdosen ein Material zur Wahrnehmungsschulung.
Eine wichtige Voraussetzung, um sich sicher in der Welt bewegen zu können ist die Unterscheidung verschiedener Geräusche – zum Beispiel im Straßenverkehr, um nur ein Beispiel zu nennen.
Mit den Geräuschdosen lassen sich auf spielerische Art Geräuschunterschiede lernen, gleichzeitig können Kinder ihr auditives Gedächtnis schulen – d.h., sich Geräusche zu merken und einzuprägen – dies geschieht auch gerade durch häufiges Wiederholen der Übungen.
Ganz allgemein wird mit den Geräuschdosen die Motorik geschult und die Konzentrationsfähigkeit, sowie eine Menge neuer Wörter erlernt.